13|07|2026

Wo Risiken sind, sind auch Chancen!

Am Abend des 09. Juli hatte das Wirtschaftsforum der Sozialdemokratie ins ComCenter am Brühl nach Erfurt geladen. Trotz der einsetzenden Urlaubszeit waren Interessierte und Fachleuchte zahlreich gekommen.

Die aktuelle Weltlage stellt die Frage der Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit von Rohstoffen und Produkten auf eine neue Weise. Nicht allein zum Klima- und Umweltschutz, sondern stärker im Sinne Wirtschaftlichkeit und sicherer Lieferketten. Gedanken sich auf regionale Lieferketten und traditionelle Stärken zu besinnen sind nicht neu, aber aktueller denn je. „Holz-21-regio“ ist ein interdisziplinäres Bündnis, das sich der Förderung von Innovationen im Bereich Wald und Holz in der Thüringer Waldregion widmet. Sein Ziel ist es, die Region zu einer Modellregion für nachhaltige und resiliente Wertschöpfungsketten auf Basis des heimischen Rohstoffs Holz zu entwickeln. Vor circa 100 Jahren begann die Substitution von Holz durch Kunststoffe, ein Prozess der sich durch die aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen, zu mindestens teilweise umkehren könnte.

Wer konnte uns dies besser ins aktuelle Weltgeschehen einbinden als Prof. Dr. Andreas Goldthau von der Uni in Erfurt, seine Forschungsgebiete sind Energiesicherheit und die Internationale Politische Ökonomie des Sauberen Übergangs. Er stellt nicht nur die Notwendigkeit eines klaren Konzepts der Primärenergieträgerwechsels, sondern auch der weltweiten Risiken, in den Mittelpunkt seines Vortrages.

Prof. Erik Findeisen, FH Erfurt und Leiter des Forschungsbereiches Holzbau und Nachwachsende Rohstoffe im Institut für Angewandte Bauforschung Weimar, richtete die Aufmerksamkeit auf einen betroffenen Bereich, die Bauwirtschaft. Sie verursacht aktuell einen erheblichen Teil des Primärenergieträgerverbrauchs und kann dies nach seiner Meinung zukünftig ändern. Ein Ansatz ist der verstärkte Einsatz von nachwachsenden einheimischen Rohstoffen in Form von Holz. Sein Institut wird dazu konkrete Ansätze, abseits vom exotischen Einfamilienhaus, hin zur Großwohnsiedlung liefern. Die Aussichten sind günstigere, energieärmere und langlebigere Gebäude zu errichten. Dabei soll auch Fachwissen über den Holzeinsatz aus vergangenen Tagen eine Rolle spielen.

Wir sind gespannt und bleiben an dem Thema dran!